15.08.2019

Survival-Camp - Jugendliche des Kinderdorfs auf unbekannten Wegen

„Du würdest bestimmt nie mit uns in den Wald gehen und dort auch schlafen.“ - So fing es an, das Thema "Survival-Camp". In einem Gespräch wurde schnell klar: Darauf haben wir Lust. Unser Ziel: So minimalistisch wie möglich, so sicher wie nötig. Alles kann, wenig muss.
Schnell war ein geeigneter Ort gefunden. Das NaturErlebnisZentrum Packepusch. Der Besitzer Karsten Mertens freute sich, uns in unserem Vorhaben unterstützen zu können und bot uns an, dass wir unser Survival-Camp auf seinem Gelände durchführen können. Hier gibt es wirklich „nichts“ im Umkreis, außer einem großen Naturbadesee, viel Fläche um sich auszutoben und einfache sanitäre Anlagen.
Nach intensiver Vorbereitung starteten wir in unser Abenteuer mit sechs Jugendlichen und zwei Betreuerinnen. Geschlafen wurde in zwei Zelten. Dazu kam eine Überdachung mit Sitzgelegenheiten für ein gemütliches Lagerfeuer und Schutz vor Regen. Nach einer Einweisung durch Karsten Mertens über die wenigen Regeln und vielen Möglichkeiten auf dem Gelände konnte das Abenteuer starten. Dann kam der erste Aufstand, als wir verkündeten, dass die Handys abgegeben werden sollten. Wir können nur berichten – es vermisste nachher keiner sein geliebtes Handy.

Doch wie konnte es nun etwas zu Essen geben? Dazu sammelten wir zunächst Feuerholz auf dem Gelände und im „Mädchen-gegen-Jungen-Duell“ wurde ein Feuer entfacht. Als die Dunkelheit hereinbrach verzichteten wir auch auf unsere Taschenlampen, um die Nacht neu zu entdecken.
Am zweiten Tag lockte nach dem Frühstück zunächst der Badesee. Ausgelassen konnte getobt werden. Da vergaß man auch die großen Fische im See, die am Abend zuvor noch ehrfürchtig betrachtet worden waren. Zum Mittag sollte es Pasta mit Pesto geben. Für das Pesto sammelten wir die Zutaten auf dem Gelände. Die Zubereitung lief dann Hand in Hand und den meisten schmeckte es auch. Am Abend gab es Stockbrot, Würstchen und Marshmallows. Es wurde wieder Hand in Hand gearbeitet und schon bald konnte es am Feuer gemütlich zugehen. Neben einigen Gesangseinlagen und dem Erzählen von Geschichten ließen wir auch einfach mal unseren Gedanken bei einem Blick in die Glut freien Lauf. Abgerundet wurde der Abend mit einer Nachtwanderung. Ein nahendes Gewitter machte die Stimmung noch gruseliger.
Am dritten und letzten Tag bauten wir nach dem Frühstück das Lager wieder ab. Hier zeigte sich wirklich der neu entstandene Teamgeist. Gegen Mittag ging es zurück in die Zivilisation, wo das Survival-Abenteuer in einer Fast-Food-Kette gemeinsam reflektiert wurde.


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