24.07.2019

Empfang der Stadt Wolfsburg für unsere Auszubildenden aus Gumi/Südkorea

„Was können wir als Stadt Wolfsburg für Sie tun?“ - So lautete eine der Fragen von Bürgermeisterin Bärbel Weist und Manfred Hüller, Geschäftsbereichsleiter Repräsentation und Internationale Beziehungen der Stadt Wolfsburg, beim Empfang der Stadt für die jungen Menschen aus Gumi in Südkorea, die beim Diakonisches Werk Wolfsburg e.V. eine Altenpflegeausbildung absolvieren. Und die Antwort fiel ungewöhnlich aus: „Ist es möglich eine U-Bahn-Linie zu bauen, damit ich auch an Samstagen, Sonn- und Feiertagen früh morgens gut und pünktlich zum Dienst nach Detmerode ins Seniorenzentrum Johannes Paul II gelangen kann?“, lautete die Gegenfrage einer jungen Frau, die im vergangenen Jahr nach Wolfsburg gekommen und mit der Ausbildung bei der Diakonie gestartet hat. Bürgermeisterin Weist versprach, bei der Wolfsburger Verkehrs-GmbH ein gutes Wort einzulegen. „Wir wissen als Stadt Wolfsburg, dass unser öffentlicher Nahverkehr noch weiter ausgebaut werden muss“, so Weist.

Die Frage machte deutlich, wie groß sich der Sprung in eine andere Lebens- und Arbeitswelt für die jungen Südkoreaner anfühlen muss. Aus einer großen Industriemetropole in Südkorea kommend, müssen sie in Wolfsburg eine neue Sprache lernen, einen Beruf, der heraufordert, sich dabei einfinden in eine neue Umgebung, eine andere Kultur, ein Verständnis für andere Regeln des Zusammenlebens entwickeln. So hatte sich eine junge Auszubildende vom ersten Ersparten beispielsweise ein neues Fahrrad gekauft. Drei Tage später war es leider geklaut, obwohl es abgeschlossen vor dem Haus stand. Die Enttäuschung war riesig. „Bei uns in Südkorea passiert so etwas nicht“, erzählte sie, auf dem Rathaus-Dach stehend.
So ging es bei diesem Empfang um mehr als den Austausch freundlicher Worte und den Eintrag ins Gästebuch der Stadt. „Wir arbeiten gemeinsam an einer Haltung des gegenseitigen Lernens“, betonten die Vertreter der Diakonie Wolfsburg in ihrem Grußwort beim Empfang im Ratssaal. „Das Wissen über andere Länder und kulturelle Unterschiede hat für uns an Bedeutung gewonnen. Wir haben uns hier als Unternehmen auf den Weg gemacht im Rahmen unseres großen Veränderungsprozesses.“ Im September startet der zweite „Gumi-Jahrgang“ in die Ausbildung. Seit April bereiten sich die neuen Auszubilden in Intensiv-Sprachkursen darauf vor.


Zurück